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Buchhandlung Taube

NL Buch entsteht 3

[Das Lektorat - was machen die da eigentlich...]


Jetzt verfolgen Sie schon zum dritten Mal den Weg des Textes [Kronsnest] - vielen Dank.

Über die Buchidee im ersten Newsletter, und den Autor im zweiten Newsletter sind wir nun direkt im Verlag angekommen. Es geht ums Lektorat. Womit beschäftigt sich das Lektorat? Unter anderem auch mit den Auswirkungen, die ein Roman haben kann...

Kronsnest soll der Roman also heißen. Ein Blick auf die Karte zeigt: Kronsnest existiert tatsächlich! Ein winziger Ort, nicht viel mehr als ein Dutzend Häuser zwischen schmaler Landstraße und Deich. Und schon schoss mir die nächste Frage in den Kopf: Wenn es das Dorf tatsächlich gibt – könnten sich dann nicht einige Bewohner durch den Roman auf die Füße getreten fühlen? Weil sie hinter den Figuren ihren verstorbenen Opa oder eine Großtante vermuten?
Ein Buch ensteht 3 - Kronsnest


Eine Frage, die keineswegs abwegig ist. Auch wenn die Handlung frei erfunden ist und - wie es im Filmabspann immer so schön heißt – Ähnlichkeiten mit tatsächlich lebenden Personen reiner Zufall wären, hat der Autor Florian Knöppler peinlich genau darauf geachtet, dass keine Persönlichkeitsrechte verletzt werden. Verschiedene Ereignisse sind historisch verbürgt, der Rest aber rein fiktiv. Großen Wert hat Knöppler allerdings darauf gelegt, dass die Namen seiner Protagonisten auch tatsächlich in der Elbmarsch gebräuchlich sind. Und so gewöhnen Sie sich schon mal an „Thormälen“ und „Ahsbahs“- ich habe diesen Schriftzug tatsächlich gelesen. „Nur die miesen Charaktere haben Namen bekommen, die es hier nicht gibt“, betont der Autor.

Ein erster Stolperstein wäre damit schon einmal aus dem Weg geräumt. Doch worauf muss ein guter Lektor noch achten, damit aus einem Manuskript ein mitreißendes Buch wird? Als ich die 380 Seiten das erste Mal las, ließ ich mich einfach nur in die Geschichte hineinziehen – auch wenn ich da schon überlegte, wem der Roman wohl noch gefallen könnte. Beim zweiten Mal war ich bereits etwas kritischer. Neben erfreulich wenigen Rechtschreib -und Tippfehlern („ist nicht immer so“) fand ich dann doch die eine oder andere Stelle, die mir zweifelhaft vorkam.


Verleger

Richtig auf gingen mir die Augen aber erst beim dritten Durchgang – jetzt zusammen mit dem Gründer des Pendragon Verlages, Günther Butkus. Was hatte der leidenschaftliche Büchermensch, der den Verlag vor fast 40 Jahren als Quereinsteiger gegründet hat, nicht alles zu kritisieren! Als Sprachkünstler, der selbst zur Feder greift und so berührende Herzgedichte zu Papier bringt, setzte er den Rotstift an Stellen an, die mir als Laie nie in den Sinn gekommen wären: Warum regnet es so oft in dem Roman? Warum wird die Explosion nicht näher beschrieben? Kann Lisa nicht hübscher sein?... Eine Auswahl aus dem „Nähkästchen“ finden Sie auf den Fotos, die ich freundlicherweise festhalten durfte.



Öffentlichkeitsarbeit

Noch so einiges zum Manuskript zu sagen hatte auch Jessica Tiekötter. Die 26jährige hat Englisch und Literaturwissenschaften studiert und ist im Verlag unter anderem auch für Öffentlichkeitsarbeit und social media zuständig. Ihr fiel nämlich schon beim ersten Lesen auf, dass ein zeitlicher Zusammenhang im Roman so nicht stimmen konnte – etwas, das weder Autor noch Verleger noch ich bemerkt hatten. Auch diesen oder jenen Satz mochte sie so nicht stehen lassen. Dennoch schwärmt die quirlige Lektorin, die schon immer etwas mit Büchern zu tun haben wollte, von der intensiven Sprache Knöpplers und seiner Fähigkeit, Bilder aus der Vergangenheit lebendig werden zu lassen. Und der Autor selbst? Tut so viel Schelte nicht weh? „Erstaunlich wenig“ stellt der 53jährige fast schon überrascht fest. Er sei dankbar für jeden Hinweis, der helfe, den Roman zu verbessern. „Was nützt mir ein sorgfältig formulierter Satz, wenn ihn doch kein Leser versteht?“Also hat er sich hingesetzt und verschiedene Passagen noch einmal überarbeitet. Nach dem vierten Lesen muss ich feststellen: Die Mühe hat sich gelohnt. Der Stil mag sich etwas verändert haben, vieles wirkt aber lebendiger als vorher. Und einen etwas anderen Schluss gibt es auch. Kurzum: aus dem Rohdiamant ist ein Brilliant geworden.



Wenn Sie jetzt aber meinen, Sie könnten sich nun genüsslich zurücklehnen und der Arbeit sei genug getan, irren Sie gewaltig. Wir legen noch eine Schippe drauf: Schließlich braucht das „Kind“ ja auch noch etwas zum „Anziehen“. Wie nervenaufreibend die Suche nach dem richtigen „Outfit“ sein kann, erfahren Sie in der nächsten Folge, wenn es um die Gestaltung des Covers geht. Und dazu müssen wir im Verlag nur eine Tür weiter gehen…

Bleiben Sie uns gewogen. Zuversicht und Offenheit, Respekt und ein Lächeln nach innen und außen machen den Alltag (nicht nur vielleicht sondern ganz sicher) die Welt besser.

Herzlichst
Ihre Claudia Werning und alle Tauben

Knöppler, Florian: Kronsnest, Pendragon Verlag 2021, 24 Euro
Stimmung 3


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Text und Gestaltung [Taubenpost]: Claudia Werning und Markus Schneider, Inh. Buchhandlung Taube Marbach und Waiblingen

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