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Buchhandlung Taube

NL Buch entsteht 2

[Der Autor - das unbekannte Wesen...]


Als ich beim letzten Mal davon sprach, den Autor besuchen zu wollen, hatte ich das eigentlich nur im übertragenen Sinn gemeint. Aber das Schöne an Plänen ist ja, dass man sie (manchmal) auch einfach über den Haufen werfen kann. Und so habe ich mich – anstatt zum Telefon zu greifen - tatsächlich in den Zug gen Norden gesetzt, um nicht nur den Mann hinter dem Roman persönlich kennenzulernen, sondern auch gleich noch einige Schauplätze der Geschichte in Augenschein zu nehmen.

Getroffen habe ich ihn in Glückstadt, einem schmucken Städtchen, in dessen Nähe er mit Familie, Hund und Katz‘ und noch ein paar weiteren Tieren auf einem alten Hof lebt. Florian Knöppler heißt er, 53 Jahre alt und von Hause aus eigentlich Journalist.

Ein Buch ensteht 2 - der Autor


Und weil es zwar kalt, aber schön sonnig war, ging es erst einmal raus Richtung Elbe. Vorbei an blökenden Schafen, grasenden Kühe und weidenden Pferden rauf auf den Deich, immer eine kräftige Brise um die Nase. Da lag sie auch schon, die kleine Insel Pagensand, von der im Roman immer wieder die Rede ist. Und - hastdunichtgesehen - schummelten sich wie auf Bestellung auch noch zwei kleine Segeljollen ins Bild, ähnlich der einer Romanfigur.

Für Knöppler der reinste Sehnsuchts-Raum! Endlos die Landschaft, kein Hügel, der den Blick begrenzt, gucken bis zum Horizont…Hier, und nur hier fühlt er sich zuhause. Und auch im Urlaub zieht es ihn nur selten hinaus in die weite Welt. Für ihn gibt es nichts Schöneres, als mit der Familie oder Freunden im Kajak entlang der schwedischen Schärenküste zu paddeln und auf einer unbewohnten Insel zu zelten.  

Pagensand

Aufgewachsen ist er in der Wesermarsch, wo die Eltern - beide Juristen - in ihrer Freizeit Pferde und Schafe züchteten. Nach der Schule folgte ein Studium der Romanistik, Germanistik und Philosophie in Bonn, Göttingen und Bologna. Es war das Heimweh nach dem Norden, das ihn zurück nach Emden brachte, wo er bei der dortigen Zeitung ein Volontariat absolvierte. Zurück in Bonn machte er sich als Journalist selbstständig, schrieb für Blätter wie die Zeit, die Süddeutsche oder die Frankfurter Allgemeine oder betätigte sich als Autor von Fernsehreportagen.

Aber das Siebengebirge ist halt nicht das Marschland. Und als sich die Gelegenheit bot, zog die Familie vor 15 Jahren auf einen alten Hof in die Elbmarsch – groß genug, um auch Schafe, Schweine und Hühner zu halten und Bienen zu züchten. Ohne es genau erklären zu können, war und ist dem 53jährigen die Nähe zu Tieren besonders wichtig. Knöppler, der wie die meisten Männer seines Ortes auch Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr ist, kann sich an viele berührende Momente erinnern – etwa, als seine Kinder halbwüchsige Graugänse zum Fliegen animierten oder ganze Nächte neben neugeborenen Lämmern zubrachten. Gleichwohl ist er sich der Verantwortung gegenüber den anvertrauten Geschöpfen sehr wohl bewusst: „Wenn ein zutrauliches Huhn in einem gedankenlos hingestellten Wasserbottich ersäuft, ist das nur schwer zu ertragen.“

Orte Pagensand

Tatsächlich ist diese Liebe zu Natur und Landschaft, das Staunen über die schnell wechselnden Stimmungen, Farben und Formen auf jeder Seite des Buches spürbar. Ich wage schon jetzt mal die Prophezeiung, dass Sie nach der Lektüre mit ganz anderen Augen durch Feld und Flur gehen werden!

Und trotzdem ist es kein Heimat- oder Landschaftsroman, in dem einfach vom bäuerlichen Leben in früheren Zeiten erzählt wird. Wichtig war Florian Knöppler, dass der Roman auch - und hier scheint der Philosoph durch - die grundsätzlichen Fragen des Lebens verhandelt. Wieviel Leid, Schmerz und Trauer hält der Mensch aus, der doch nur auf der Suche nach dem kleinen Glück und seinem Platz im Leben ist? Woher kommen Wut, Gewalt und Hass? Und wie wird man zum Verräter?

Gereizt hat den Literatur- und Musikliebhaber an dem historischen Format auch die Frage, wie er selbst in dieser oder jener Situation agiert hätte. Und halb lachend, halb bedauernd fügt er an: „Ist es nicht schade, dass wir nur ein Leben haben?“  Er selbst könnte sich übrigens auch gut eines auf Sizilien vorstellen, aber nicht als dort heimisch werdender Deutscher, sondern als waschechter Sizilianer. „Aber woher kriege ich dann eine sizilianische Ehefrau, ohne meine zu verlassen, und woher eine sizilianische Kindheit und sizilianischen Humor?“

Weil das Leben aber nun mal ist, wie es ist, spielt sein erster Roman deshalb direkt vor der Haustür. Obwohl Handlung wie Figuren frei erfunden sind, hat der Autor sechs lange Jahre recherchiert, alte Chroniken ausgewertet, mit Nachfahren von Zeitzeugen gesprochen und an seinem Schreibstil gefeilt. Und pedantisch wie ein Buchhalter („Ich komme mir vor wie ein Erbsenzähler“) jeden Tag von acht Uhr morgens bis mittags am Schreibtisch gesessen und geschrieben. Ein Aufwand, der von hoffentlich vielen Lesern honoriert werden wird!

Fünf Stunden und drei Tassen Ostfriesentee später bin ich froh, tatsächlich in die Elbmarsch gereist zu sein. Nicht nur, weil ich jetzt weiß, wo Hannes und Mara, Thies und Lisa und all die anderen Figuren zu Hause sind – das konnte ich mir schon beim Lesen in meiner Phantasie genau vorstellen. Nein, kennenlernen durfte ich auch einen facettenreichen Menschen mit vielen Talenten.

Florian Knöppler, so scheint es, hat seinen Platz am genau richtigen Ort gefunden.
Ach ja, einen Titel hat der Roman natürlich auch schon: Kronsnest.
Hä – was für‘n Nest? Habe ich mich auch gefragt. Kann und darf ein Buch so heißen?

Und damit sind wir schon mitten drin im Lektorat. Das nächste Mal nehme ich Sie mit nach Bielefeld, in die Stadt, die es nicht gibt. Dort sitzt der Pendragon Verlag, dessen Gründer und Mitarbeiterinnen schon seit Wochen jedes Wort genau unter die Lupe nehmen.

Bleiben Sie uns gewogen. Zuversicht und Offenheit, Respekt und ein Lächeln nach innen und außen machen den Alltag (nicht nur vielleicht sondern ganz sicher) die Welt besser.

Alles Gute und bis bald wünschen
Ihre Claudia Werning und alle Tauben

Stimmung 3


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Text und Gestaltung [Taubenpost]: Claudia Werning und Markus Schneider, Inh. Buchhandlung Taube Marbach und Waiblingen

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